[Blog] Die Degenerierung von Computerspielen - Fluch oder Segen für VR?

Dieses Thema im Forum "Computer- und Videospiele" wurde erstellt von The_Real_Black, 17. August 2015.

  1. Einleitung

    Die Degenerierung oder Simplifizierung von Computerspielen setzt mir in letzter Zeit erheblich zu, da immer mehr Spiele auf Minimaps und Questmarker setzen. Beispiele sind die Batman Arkham Serie oder der letzte Thief Teil. Ebenso könnte man hier in bestimmten Teilen Skyrim oder Fallout hinzuzählen was die Quest Struktur und Erzählweise angeht.



    Miese Quets

    Die Probleme lassen sich bei Thief und Skyrim auf die alleinige Existenz der Questmarker zurück führen, denn die gestellten Aufgaben wurden alle mit dem Wissen der Questmarker designt, dies führt beim Spielen zu Dialogen wie (stilisiert): "Suche die versteckte Kiste in mitten den tiefen des Waldes!" (oder Wüste in Fallout).

    Ohne Questmaker steht man auf einer Map mit viel des betroffenen Gebietes ziemlich verloren da ohne weitere Angaben zur Position der Kiste. Manche können dies als besondere Herausforderung sehen diese Kiste zu finden, aber viel Sinn macht es nicht, denn wenn jemand will das jemand etwas erledigt gibt man normalerweise an wo er es finden kann. Bei Games wird aber dies gekürzt, denn man hat ja Questmarker und Minimaps um alles zu finden. Auch kann man sich dadurch eine oder zwei Textzeilen sparen und bei hundert Quests spart man sich dadurch einiges an Geld für Voiceacting und Übersetzen.

    Leider geht dadurch das Erkunden der Welt verloren und auch die Bedeutung der Welt an sich. Besonders bei Oblivion und Skyrim hat jeder der Wege einen eigenen Namen und auch jede Region hätte eine Bezeichnung. Man könnte der Welt viel mehr Bedeutung geben wenn man keine Map hat und nur auf die Richtungsangaben angewiesen wäre. Oblivion hatte namen für jeden der Hauptwege und der Ringstraße um die Kaiserstadt.

    z.B "Finde die Kiste im Schattenwald an der Grenze zu Feindesland2 an der roten Straße."

    *Bam* Plötzlich müsste man auf die Welt achten und an Wegweisern prüfen ob man am richtigen Weg ist usw.



    Miese Mechanik

    Bei Batman und Thief kommt hinzu, dass in der aktuellen Zeit mehr auf filmische Elemente zurückgegriffen wird (cinematic). Bei Thief ist es das freie Springen welches durch die "lege Hand auf Hindernis und Wackle mit Kamera beim Überqueren" Animation ersetzt wurde. Bei Batman ist es die Schizophrenie der Mechaniken zwischen:

    > wie die Charakter agieren

    > was die Charakter machen/ausführen

    > und was der Spieler klickt.

    Beispiel sind die vielen Ridder-Rätsel bei Arkham City:

    Riddler: "Was? Wie konntest du Batman nur mein Gehirnwindung ansträngendes Rätsel lösen, welches ich mit meinen brillanten Geist entwickelt habe!"

    Nach solchen Aussagen sollte man erwarten, dass Batman gerade eine geistige Höchstleistung gezeigt hat, aber Batman stand nur auf einen Druckschalter und warf einen seiner Wurfsterne an einen anderen Schalter...

    Der Spieler musste nur "Werfen" einmal drücken, da Autoaiming das Zielen erledigt. Der Spieler ist sehr von dem Abgekoppelt was am Monitor passiert.


    Auswirkungen auf VR

    VR Welten sind auf viele Arten einzigartig und laden zum erkunden der Welten ein, dies zu belohnen mit Quests welche die in der Map hinterlegten Merkmale auch verwendet steigert um ein vielfaches die Einfühlbarkeit in die Umgebung. Auch sollten Questmarker nicht in VR Spielen vorkommen um die Immersion nicht zu stören, denn wer hat schon fliegende Pfeile in seinen Blickfeld?

    Aber sind die AAA Spieleschmieden überhaupt noch in der Lage solche Spiele zu produzieren oder hat man sich so auf die kleingeistige Käuferschaft eingeschossen welche sofortig und wiederholt Hinweise benötigt um das Offensichtlichste zu begreifen?

    Ich hoffe, dass mit den Anbruch der Zeit der VR Spiele man sich auf klassisches Storytelling von Videospielen (zeigen, nicht sagen) und freiere Spielmechaniken besinnt.



    Was haltet ihr davon?

    Seid ihr auch der Meinung, dass Spiele in der letzten Zeit immer mehr vereinfacht wurden?

    Was für ein Storytelling wünscht ihr euch in VR?

    Wie wird die Zukunft? Drücke Knopf -> *hurra du bist der Beste* oder wird man mehr echte Rätsel bekommen?
     
    #1 The_Real_Black, 17. August 2015
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2015
  2.  
    #2 VFX1.VFX3D, 17. August 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. April 2016
  3. Das Video bringt es gut auf den Punkt (Graphic on/off, leicht, leichter, Zuschauermodus statt schwer, schwerer, "are you Nuts?" ;)), Videospiele werden nicht erst in letzter Zeit immer einfacher, das fing schon vor über 10 Jahren an. Nur langsam hat es einen Punkt erreicht, dass es eben wirklich Jeder merkt und es immer lächerlicher wird. Am härtesten haben es alte MMORPG Fans zu spüren bekommen dank WoW Hype, da wurde das vereinfachen ordentlich beschleunigt und gerade da ist mir das mit den Quests schon vor vielen vielen Jahren aufgefallen.

    Die Kritik ist jedenfalls absolut angebracht und ich befürchte auch die VR Welt wird das zu spüren bekommen. Schon jetzt merkt man selbst beim Indie Markt, dass etliche Indie Entwickler ebenfalls ihre Spiele vereinfachen um die Verkaufszahlen anzukurbeln und somit genauso reagieren wie die AAA Studios. Ist also alles andere als sicher ob man einfach sagen kann, AAA brauchen wir nicht, wir haben ja die starke Indie Scene.

    Hauptproblem der Gamebranche ist vor allem inzwischen, dass ein völliges Überangebot an Spielen herrscht. Früher war es überschaubar, heute kann man es vergessen alles immer im Blick haben zu wollen, vor allem wenn man den Indie Markt noch dazu zählt. Man hat so viele Spiele am Markt und jeder Entwickler will möglichst viele, die ihre Spiele spielen.

    Je nach dem wie sehr nun der VR Markt boomt, könnten wir hier auch wieder einen Goldrausch der Software Entwickler erleben und auch hier werden wir mit so viel Software zugeschüttet, die kein Mensch überblicken kann. Und jeder hätte natürlich auch am liebsten Spiele, die man möglichst lange spielen kann.

    Früher haben ja Spieler gerne immer alles durchgespielt was so an Spielen vorhanden waren, das geht schon lange nicht mehr, da reicht die Zeit nicht mal um alle auch nur kurz anzuspielen.

    VR ist sicherlich toll, aber die Gamingbranche wird das nicht zurück auf die richtige Spur bringen, die Hoffnung hab ich aufgegeben, zu viel spielt immer Geld und Gewinnmaximierung bei Senkung von Risiko, am Besten auf Null, eine Rolle.
     
  4. Kann ich alles so unterschreiben!
    Wie schön war die Zeit, von den Eltern Millimeterpapier zu besorgen und sich sein Kartenmaterial anzufertigen.
     
  5. Oder Listen mit Codes anfertigen wie bei System Shock 2, DeusEx oder Gothic 2. 45100 für die erste Tür im Raumschiff und irgendwo sollten noch Listen mit Lockpick Codes rumliegen... Bei Deus Ex 2 wars bereits "der Tür Code ist 4523" als cleverer Spieler hat man sich dann diesen Code aufgeschrieben, dass man am Codefeld rechts klickte und nie den code eintippen musste.
     
  6. Hihi stimmt. Jetzt werd ich grad wieder nostalgisch und denke am hunderte von DinA4-Karo-Seiten mit selbst gemalten Karten zu SSI´s Eye of the Beholder 1-3. Mit farblicher Markierungen und einer Legende wo Fallen, Monster usw. sind. Die hat man dann aufm Schulhof untereinander abgeglichen. Jaaa, in den 80ern gabs schon Papier und Farbstifte ! :) Nicht jeder wollte einen Monat warten bis die nächste Karte in der neuen Ausgabe der Happy Computer erscheint :LOL: Aaaahh, genug Nostalgie :bs:
     
  7. das war mein VR Lieblings Spiel mit dem VFX1.

    mit dem CyberPuck als Steuerung ist man in bekannten Szenen auch fast so schnell durch gerannt.

    macht immer noch viel mehr Spaß als Leuten beim aktuellen GamePlay zuzuschauen, die:

    - Truhen durchsuchen / hinterherjagen
    - ewig rumstehen
    - nichts passiert
    - ...

     
    #7 VFX1.VFX3D, 17. August 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. April 2016

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